Girokonto Vergleich 2026: Die besten kostenlosen Konten
Das Wichtigste in Kürze
Über 40 Millionen Deutsche zahlen noch Kontoführungsgebühren — oft unnötig. Seit dem BGH-Urteil von 2021 können viele Gebührenerhöhungen rechtswidrig sein. Wir zeigen, welche Konten wirklich kostenlos sind und worauf Sie achten müssen.
Worauf Sie beim Girokonto achten müssen
Ein gutes Girokonto kostet nichts — weder für die Kontoführung noch für die wichtigsten Leistungen. Doch viele Banken verstecken Kosten im Kleingedruckten. Diese Gebühren sollten Sie prüfen:
- Kontoführungsgebühr: Monatliche Grundgebühr, oft 3,90–9,90 € bei Filialbanken
- Kartengebühr: Girocard und Kreditkarte können jährlich 20–40 € kosten
- Mindestgeldeingang: Manche Banken verlangen 700–1.200 € monatlich, sonst fallen Gebühren an
- Bargeldabhebungen: Kosten an Fremdautomaten von 3,50–5,00 € pro Abhebung
- Auslandseinsatzentgelt: 1,5–1,75 % bei Kartenzahlung in Fremdwährung
- Dispozinsen: Oft 9–13 % effektiv — die teuerste Kreditform überhaupt
Die besten kostenlosen Girokonten im Überblick
DKB
Die Deutsche Kreditbank bietet ein dauerhaft kostenloses Girokonto ohne Mindestgeldeingang. Aktivkunden (ab 700 € Geldeingang) erhalten eine kostenlose Visa-Debitkarte mit weltweiter Bargeldabhebung. Der Dispozins liegt bei rund 9,89 % — branchenüblich, aber nicht günstig.
ING
Das Girokonto der ING ist ab 700 € monatlichem Geldeingang kostenlos. Die Visa-Debitkarte ermöglicht kostenlose Bargeldabhebungen ab 50 € an allen Automaten mit Visa-Zeichen. Ohne Geldeingang fallen 4,90 € Kontogebühr an.
Comdirect
Comdirect bietet ein kostenloses Girokonto in den ersten 6 Monaten. Danach bleibt es kostenlos bei mindestens 700 € Geldeingang, drei Zahlungen über Apple oder Google Pay oder einem Wertpapiersparplan. Bargeld gibt es kostenlos an allen Commerzbank- und Cash-Group-Automaten.
Consorsbank
Die Consorsbank bietet ein gebührenfreies Girokonto ohne Mindestgeldeingang. Die enthaltene Visa-Debitkarte ermöglicht kostenlose Abhebungen ab 50 € an Automaten mit Visa-Zeichen. Besonderheit: Optionale Girocard für 1 € monatlich.
Versteckte Gebühren: Was Banken nicht groß bewerben
Selbst bei vermeintlich kostenlosen Konten lauern Kostenfallen:
- Papierüberweisungen: Bis zu 1,50 € pro Überweisung am Schalter
- Echtzeitüberweisungen: 0,50–1,00 € Aufpreis gegenüber Standard-SEPA
- Ersatzkarte: 5–15 € bei Verlust oder Beschädigung der Karte
- Kontoauszüge per Post: 0,50–2,00 € pro Auszug
- Dauerauftragsänderung: Manche Filialbanken berechnen bis zu 2 € pro Änderung
Achtung bei Koppelgeschäften
Manche Banken bieten ein „kostenloses" Konto nur in Kombination mit einer teuren Versicherung oder einem Wertpapierdepot an. Prüfen Sie immer, ob das Konto auch ohne Zusatzprodukte gebührenfrei ist.
Kontowechsel: So geht es Schritt für Schritt
Seit dem Zahlungskontengesetz (ZKG) von 2016 haben Sie ein gesetzliches Recht auf Unterstützung beim Kontowechsel. So funktioniert der Ablauf:
- Neues Konto eröffnen (Online-Identifizierung per Video oder PostIdent)
- Kontowechselservice der neuen Bank beauftragen
- Die neue Bank analysiert Ihre Zahlungspartner der letzten 13 Monate
- Daueraufträge und Lastschriftmandate werden automatisch umgestellt
- Zahlungspartner werden über die neue Bankverbindung informiert
- Altes Konto erst nach 2–3 Monaten kündigen (Sicherheitspuffer)
Der gesamte Prozess dauert in der Regel 5–10 Werktage. Ihr altes Konto sollten Sie noch einige Wochen parallel laufen lassen, um sicherzugehen, dass alle Zahlungspartner aktualisiert sind.
BGH-Urteil 2021: Gebührenerhöhungen oft rechtswidrig
Der Bundesgerichtshof hat am 27. April 2021 (Az. XI ZR 26/20) entschieden, dass Banken Gebührenerhöhungen nicht durch stillschweigende Zustimmung (Schweigen des Kunden) durchsetzen dürfen. Das bedeutet: Wenn Ihre Bank in den letzten Jahren die Kontoführungsgebühr erhöht hat, ohne Ihre ausdrückliche Zustimmung einzuholen, war die Erhöhung rechtswidrig.
Sie können zu viel gezahlte Gebühren bis zu drei Jahre rückwirkend zurückfordern. Schreiben Sie Ihrer Bank einen formlosen Brief mit Verweis auf das BGH-Urteil und fordern Sie die Differenz zurück.