Festgeld-Betrug: Gefälschte Zinsangebote im Umlauf
Aktuelle Warnung
Die Verbraucherzentralen warnen vor einer Welle gefälschter Festgeld-Angebote. Betrüger nutzen professionelle Vergleichsportale und geklonte Bank-Webseiten, um überhöhte Zinsen vorzutäuschen.
So funktioniert der Festgeld-Betrug
Die Betrugsmasche läuft in mehreren Schritten ab: Zunächst erstellen die Täter ein professionell wirkendes Vergleichsportal für Festgeld-Angebote. Dort werden fiktive Banken mit auffällig hohen Zinsen platziert — deutlich über dem Marktniveau.
Klickt der Anleger auf das vermeintliche Top-Angebot, wird er auf eine geklonte Webseite einer echten Bank weitergeleitet. Design, Logo und Texte werden originalgetreu kopiert. Nur die IBAN für die Überweisung und die Kontaktdaten sind manipuliert.
Nach der Überweisung erhält der Anleger zunächst eine täuschend echte Bestätigung per E-Mail. Wochen oder Monate später, wenn der Betrug auffällt, ist das Geld längst verschwunden.
Warnsignale für gefälschte Zinsangebote
- Zinssatz deutlich über Marktniveau: Liegt der Zins mehr als 1 Prozentpunkt über dem Durchschnitt vergleichbarer Angebote, ist Skepsis angebracht.
- Unbekanntes Vergleichsportal: Die Webseite existiert erst seit kurzem und hat keine etablierte Reputation.
- Kein echtes Impressum: Fehlen Handelsregisternummer, ladungsfähige Adresse oder Geschäftsführer, ist die Seite nicht seriös.
- Ausländische IBAN: Die IBAN für die Überweisung gehört nicht zur beworbenen Bank und führt ins Ausland.
- Kontoeröffnung ohne Video-Ident: Seriöse Banken in Deutschland verlangen immer eine Identitätsprüfung.
- Kein Zugang zum Online-Banking: Bei echtem Festgeld erhalten Sie Zugang zu einem regulären Bankkonto.
Geklonte Bank-Webseiten erkennen
Betrüger kopieren Webseiten etablierter Banken mit hoher Präzision. Achten Sie auf folgende Details:
- Prüfen Sie die URL exakt — oft weicht sie minimal ab (z.B. „sparkasse-festgeld.com" statt der offiziellen Sparkassen-Domain).
- Überprüfen Sie das SSL-Zertifikat der Webseite im Browser.
- Rufen Sie die Bank unter der offiziell gelisteten Telefonnummer an und fragen Sie nach dem Angebot.
- Suchen Sie die IBAN der Empfängerbank — sie muss zur beworbenen Bank gehören.
Tipp
Navigieren Sie immer direkt zur offiziellen Webseite der Bank — nie über Links in E-Mails oder unbekannten Vergleichsportalen.
Im Betrugsfall: Sofort handeln
- Bank kontaktieren: Rufen Sie sofort Ihre Hausbank an und versuchen Sie, die Überweisung zurückzuholen. Das ist meist nur innerhalb weniger Stunden möglich.
- Anzeige erstatten: Gehen Sie zur Polizei und bringen Sie alle Unterlagen (Überweisungsbeleg, Screenshots, E-Mail-Verkehr) mit.
- BaFin und Verbraucherzentrale informieren: Melden Sie die betrügerische Webseite, damit andere Verbraucher gewarnt werden.
Seriöse Festgeld-Angebote finden
Nutzen Sie ausschließlich etablierte Vergleichsportale und informieren Sie sich direkt bei der jeweiligen Bank. Die Stiftung Warentest und die Verbraucherzentralen veröffentlichen regelmäßig geprüfte Festgeld-Vergleiche.
Achten Sie darauf, dass die Bank der gesetzlichen Einlagensicherung unterliegt und in der EU zugelassen ist. Nur dann greift der Schutz bis 100.000 Euro pro Person und Bank.