Elterngeld 2026: Antrag, Berechnung und neue Einkommensgrenzen
Das Wichtigste in Kürze
Ab dem 1. April 2026 sinkt die Einkommensgrenze für Elterngeld auf 150.000 € zu versteuerndes Jahreseinkommen für Paare. Das Basiselterngeld beträgt 300–1.800 € monatlich. ElterngeldPlus lohnt sich besonders bei Teilzeitarbeit. Der gleichzeitige Bezug von Basiselterngeld ist seit 2024 nur noch im ersten Lebensmonat möglich.
Was ändert sich beim Elterngeld 2026?
Die Bundesregierung hat die Einkommensgrenzen für Elterngeld schrittweise gesenkt, um die Leistung stärker auf Familien mit niedrigen und mittleren Einkommen zu konzentrieren. Die wichtigsten Änderungen im Überblick:
| Zeitraum | Einkommensgrenze Paare | Einkommensgrenze Alleinerziehende |
|---|---|---|
| Bis 31.03.2024 | 300.000 € | 250.000 € |
| 01.04.2024 – 31.03.2025 | 200.000 € | 150.000 € |
| 01.04.2025 – 31.03.2026 | 175.000 € | 150.000 € |
| Ab 01.04.2026 | 150.000 € | 150.000 € |
Maßgeblich ist das zu versteuernde Einkommen im Kalenderjahr vor der Geburt. Einkünfte wie Kapitalerträge, Vermietung oder Gewerbeeinkünfte werden einbezogen. Prüfen Sie frühzeitig, ob Sie die Grenze überschreiten.
Elterngeld berechnen: So hoch ist Ihr Anspruch
Das Elterngeld ersetzt einen Teil des entfallenen Nettoeinkommens. Die Berechnung basiert auf dem durchschnittlichen monatlichen Nettoeinkommen der letzten 12 Monate vor der Geburt (Bemessungszeitraum). Mutterschutzzeiten und Monate mit Bezug von Mutterschaftsgeld werden herausgerechnet.
| Nettoeinkommen vor Geburt | Ersatzrate | Elterngeld ca. |
|---|---|---|
| Unter 1.000 € | 67–100 % | 300–1.000 € |
| 1.000–1.200 € | 67 % | 670–804 € |
| 1.200–1.240 € | 66 % | 792–818 € |
| 2.000 € | 65 % | 1.300 € |
| Ab 2.770 € | 65 % | 1.800 € (Höchstbetrag) |
Bei Mehrlingsgeburten gibt es einen Zuschlag von 300 € je weiterem Kind. Familien mit Geschwisterkindern unter 3 Jahren (oder zwei unter 6 Jahren) erhalten einen Geschwisterbonus von 10 % (mindestens 75 € beim Basiselterngeld).
ElterngeldPlus und Partnerschaftsbonus
ElterngeldPlus
ElterngeldPlus beträgt maximal die Hälfte des Basiselterngeldes, wird aber doppelt so lange gezahlt. Ein Basiselterngeldmonat lässt sich in zwei ElterngeldPlus-Monate umwandeln. Der große Vorteil: Wer in Teilzeit arbeitet (bis 32 Stunden/Woche), kann mit ElterngeldPlus in Summe mehr Elterngeld erhalten als mit dem Basiselterngeld.
Partnerschaftsbonus
Wenn beide Elternteile gleichzeitig 24–32 Stunden pro Woche in Teilzeit arbeiten, erhalten sie je 4 zusätzliche ElterngeldPlus-Monate. Der Partnerschaftsbonus soll die partnerschaftliche Aufteilung von Erwerbs- und Familienarbeit fördern.
Rechenbeispiel ElterngeldPlus
Nettoeinkommen vor Geburt: 2.500 €. Basiselterngeld: 1.625 € für 12 Monate = 19.500 €. ElterngeldPlus mit 20 Stunden Teilzeit (Einkommen ca. 1.250 €): 812,50 € für 24 Monate = 19.500 € plus Teilzeiteinkommen von 30.000 €. Gesamtsumme mit ElterngeldPlus: 49.500 € statt 19.500 €.
Antrag stellen: Schritt für Schritt
- Zuständige Elterngeldstelle finden: Die Zuständigkeit richtet sich nach Ihrem Wohnort. Die Stellen variieren je nach Bundesland (Jugendamt, Versorgungsamt oder Landesbehörde).
- Antrag herunterladen oder online ausfüllen: Viele Bundesländer bieten den Antrag über ElterngeldDigital (elterngeld-digital.de) an.
- Unterlagen zusammenstellen: Geburtsbescheinigung, Einkommensnachweise, Arbeitgeberbescheinigung, Krankenversicherungsnachweis, ggf. Mutterschaftsgeldbescheid.
- Antrag einreichen: Spätestens im dritten Lebensmonat, da rückwirkend maximal 3 Monate gezahlt werden.
- Bescheid prüfen: Kontrollieren Sie die Berechnung und legen Sie bei Fehlern innerhalb eines Monats Widerspruch ein.
Typische Fehler beim Elterngeldantrag
- Zu spät beantragt: Elterngeld wird maximal 3 Monate rückwirkend gezahlt. Verspätete Anträge bedeuten verlorenes Geld.
- Steuerklasse nicht optimiert: Ein rechtzeitiger Steuerklassenwechsel (mindestens 7 Monate vor Mutterschutz) kann das Elterngeld um mehrere Hundert Euro erhöhen.
- Zuverdienst nicht eingeplant: Wer ohne Planung in Teilzeit arbeitet, riskiert eine ungünstige Anrechnung. ElterngeldPlus ist oft die bessere Wahl.
- Partnermonate nicht genutzt: Die 2 zusätzlichen Partnermonate verfallen, wenn nur ein Elternteil Elterngeld bezieht.