10xDNA (Frank Thelen) 2026: Test, Erfahrungen & Warnung
Das Wichtigste in Kürze
- Tech-Fonds des TV-Investors Frank Thelen – aufgelegt auf dem Höhepunkt des Tech-Hypes 2021.
- Anleger verloren zwischenzeitlich über 60 % ihres Kapitals.
- Laufende Kosten von ca. 1,80 % TER – 6- bis 9-mal teurer als vergleichbare Tech-ETFs.
- Celebrity-Investing: Prominenz ist keine Anlagestrategie.
- Ein Nasdaq-100 ETF für 0,20 % TER liefert bessere Ergebnisse bei breiterer Diversifikation.
Frank Thelen ist aus „Die Höhle der Löwen“ bekannt und gilt als einer der bekanntesten Tech-Investoren Deutschlands. Anfang 2021 legte er seinen eigenen Fonds auf – den 10xDNA – und versprach, in die revolutionärsten Technologieunternehmen der Welt zu investieren. Was folgte, war ein Desaster für Anleger.
10xDNA Performance: Über 60 % Verlust nach dem Hype
Der 10xDNA Fonds wurde im Januar 2021 aufgelegt – genau auf dem Höhepunkt der Tech-Euphorie. In den ersten Monaten stiegen die Kurse noch, befeuert von der allgemeinen Marktstimmung. Doch als 2022 die Zinswende kam und spekulative Tech-Werte einbrachen, stürzte der Fonds ab. Anleger verloren zwischenzeitlich über 60 % ihres investierten Kapitals.
| Zeitraum | 10xDNA Fonds | MSCI World ETF |
|---|---|---|
| 2021 (Auflage) | −8,5 % | +21,8 % |
| 2022 | −52,3 % | −12,8 % |
| 2023 | +18,4 % | +19,5 % |
| 2024 | +12,1 % | +24,7 % |
| Seit Auflage (gesamt) | ca. −40 % | ca. +58 % |
Die Zahlen sind brutal: Wer Anfang 2021 jeweils 10.000 € investiert hat, hatte mit dem MSCI World ETF rund 15.800 €. Im 10xDNA Fonds waren es nur noch rund 6.000 €. Eine Differenz von fast 10.000 € – bei einem Fonds, der „10-fache Rendite“ im Namen trägt.
10xDNA Kosten: 1,80 % TER für Verluste
Besonders bitter: Trotz der massiven Verluste zahlen Anleger weiterhin hohe Gebühren. Die TER von ca. 1,80 % pro Jahr fällt unabhängig von der Performance an. Das bedeutet: Selbst wenn der Fonds Geld verliert, kassiert das Fondsmanagement seine Gebühren.
| Kostenfaktor | 10xDNA Fonds | Nasdaq-100 ETF |
|---|---|---|
| Laufende Kosten (TER) | ca. 1,80 % | 0,20–0,33 % |
| Ausgabeaufschlag | bis 3 % | 0,00 % |
| Kosten auf 10 Jahre (10.000 €) | ca. 2.100 € | ca. 200–330 € |
Celebrity-Investing: Warum Prominenz keine Anlagestrategie ist
Frank Thelen reiht sich ein in die Liste prominenter Persönlichkeiten, die ihren Namen für Finanzprodukte hergeben – mit fragwürdigen Ergebnissen. Dirk Müller, Frank Thelen, oder in den USA Cathie Wood (ARK Invest): Das Muster ist stets dasselbe. Hohe Medienpräsenz, große Versprechen, massive Kapitalzuflüsse – und am Ende enttäuschte Anleger.
Die Erklärung ist einfach: Bekanntheit und unternehmerischer Erfolg in anderen Bereichen qualifizieren nicht automatisch für professionelles Fondsmanagement. Fondsmanagement erfordert disziplinierte Risikokontrolle, systematische Diversifikation und emotionslose Entscheidungen – Eigenschaften, die gerade bei medienaffinen Persönlichkeiten oft nicht im Vordergrund stehen.
Das Celebrity-Fonds-Muster
1. Prominente Person nutzt Bekanntheit für Fondsauflegung. 2. Massive Marketingkampagne und Medienberichterstattung. 3. Hohe Kapitalzuflüsse durch Fans und Medien-Follower. 4. Hochspekulative Strategie für maximale Aufmerksamkeit. 5. Marktkorrekturen führen zu überproportionalen Verlusten. 6. Anleger verlieren Geld, der Fondsmanager verdient an den Gebühren.
Das Timing-Problem: Aufgelegt auf dem Höhepunkt
Ein besonderes Problem des 10xDNA Fonds war das Timing. Er wurde Anfang 2021 aufgelegt – auf dem absoluten Höhepunkt der Tech-Euphorie. Spekulative Tech-Werte handelten zu absurden Bewertungen, angetrieben von Niedrigzinsen und Pandemie-Optimismus.
Professionelle Fondsmanager mit Erfahrung hätten die Überhitzung erkannt und vorsichtiger agiert. Stattdessen investierte der 10xDNA aggressiv in genau die spekulativsten Segmente des Tech-Marktes. Als 2022 die Zinswende kam, traf es den Fonds mit voller Wucht. Anleger, die auf dem Höhepunkt einstiegen, verloren über 60 % ihres Kapitals.
Die bessere Alternative: Tech-ETFs statt Celebrity-Fonds
Wer in Technologieaktien investieren möchte, hat deutlich bessere Alternativen als den 10xDNA Fonds:
- Nasdaq-100 ETF (TER 0,20–0,33 %): Die 100 größten US-Tech-Werte in einem ETF – breit diversifiziert.
- MSCI World IT ETF (TER 0,25 %): Globale Technologieunternehmen, nicht nur US-fokussiert.
- MSCI World ETF (TER 0,20 %): Enthält ca. 25 % Tech-Anteil mit globaler Diversifikation.
Alle drei Alternativen sind günstiger, breiter diversifiziert und haben langfristig bessere Ergebnisse geliefert als der 10xDNA Fonds. Kein Celebrity-Name nötig – nur solide, kostengünstige Indexinvestments.
Unser Fazit: 10xDNA – ein Desaster für Anleger
Der 10xDNA Fonds ist das Paradebeispiel dafür, warum Celebrity-Investing nicht funktioniert. Über 60 % Verlust zwischenzeitlich, dazu 1,80 % Gebühren pro Jahr – während ein simpler MSCI World ETF über 50 % Gewinn erwirtschaftet hat. Der Name „10xDNA“ verspricht Verzehnfachung – geliefert wurde eine Halbierung.
Frank Thelen ist ein erfolgreicher Unternehmer und Entertainer. Aber Unternehmertum und Fondsmanagement sind zwei grundverschiedene Disziplinen. Für Anleger gilt: Investieren Sie nicht in Prominenz, sondern in Evidenz. Ein günstiger, breit gestreuter ETF ist die rationale Wahl.