Neobroker Vergleich 2026: Trade Republic, Scalable & Co. im Test
Das Wichtigste in Kürze
- Neobroker sind deutlich günstiger als klassische Banken — oft 0–1 € pro Trade
- Alle vier getesteten Broker unterliegen der BaFin-Aufsicht und bieten Einlagensicherung
- Das EU-weite PFOF-Verbot ab 2026 verändert die Kostenstruktur — einige Broker führen minimale Gebühren ein
- ETF-Sparpläne sind bei allen Anbietern kostenlos ab 1 € monatlich möglich
Neobroker im Überblick: Die vier wichtigsten Anbieter
Der deutsche Neobroker-Markt hat sich 2026 konsolidiert. Vier Anbieter dominieren: Trade Republic, Scalable Capital, Smartbroker+ und finanzen.net zero. Alle bieten niedrige Kosten, mobile Apps und Zugang zu den wichtigsten Wertpapieren — unterscheiden sich aber in Details, die für Ihre Anlageentscheidung relevant sind.
| Kriterium | Trade Republic | Scalable Capital | Smartbroker+ | finanzen.net zero |
|---|---|---|---|---|
| Orderkosten | 1 € pro Trade | 0,99 € (Free) / 0 € (PRIME+) | 0 € (ab 500 €) | 0 € (ab 500 €) |
| Handelsplätze | LS Exchange | gettex, Xetra | gettex, div. Börsen | gettex |
| ETF-Sparpläne | > 2.000, kostenlos | > 2.500, kostenlos | > 1.000, kostenlos | > 1.500, kostenlos |
| Aktien-Sparpläne | > 2.500 | > 7.500 | ca. 1.000 | ca. 500 |
| Kryptowährungen | ca. 50 | ca. 15 (ETPs) | Nein | ca. 30 |
| Einlagensicherung | 100.000 € (Banklizenz) | 100.000 € (Baader Bank) | 100.000 € (Baader Bank) | 100.000 € (Baader Bank) |
| Zinsen auf Guthaben | Ja (variabel, EZB-gebunden) | Ja (nur PRIME+) | Nein | Nein |
| Desktop-Version | Ja (Web) | Ja (Web) | Ja (Web) | Ja (Web) |
PFOF-Verbot 2026: Was sich für Anleger ändert
Die EU hat Payment for Order Flow (PFOF) ab 2026 verboten. Bei PFOF leiteten Neobroker Kundenorders an externe Market Maker weiter und erhielten dafür Rückvergütungen — oft 1–3 € pro Trade. Dieses Modell ermöglichte „kostenlose" Trades, hatte aber einen Nachteil: Kunden erhielten nicht immer den besten Ausführungskurs.
Was sich konkret ändert:
- Transparentere Preise: Ohne PFOF müssen Broker die Best-Execution-Pflicht konsequenter umsetzen. Anleger erhalten tendenziell bessere Ausführungskurse.
- Neue Gebührenmodelle: Einige Broker führen minimale Ordergebühren ein (z.B. Trade Republic: 1 €), andere setzen auf Abo-Modelle (Scalable PRIME+).
- Weniger Anbieter: Broker, die ausschließlich von PFOF abhingen, stehen vor Herausforderungen. Die Konsolidierung des Marktes beschleunigt sich.
Verbraucher-Tipp
Das PFOF-Verbot ist grundsätzlich positiv für Anleger: Sie erhalten fairere Ausführungspreise. Auch wenn minimale Ordergebühren anfallen — bei langfristigen Investments mit wenigen Trades pro Jahr sind die Kosten vernachlässigbar.
Für wen eignet sich welcher Broker?
Trade Republic: Der Allrounder
Trade Republic eignet sich besonders für Anleger, die ein All-in-One-Konto suchen: Wertpapierhandel, kostenlose ETF-Sparpläne, Kryptowährungen, Tagesgeld-Zinsen und eine kostenlose Debitkarte in einer App. Seit der eigenen Banklizenz 2024 liegt das Geld direkt bei Trade Republic — nicht mehr bei einer Partnerbank.
Ideal für: Einsteiger, Sparplan-Anleger, Nutzer die Bankfunktionen wünschen.
Scalable Capital: Flexibelste Wahl
Scalable Capital bietet mit gettex und Xetra zwei Handelsplätze und damit die größte Flexibilität bei der Orderausführung. Das PRIME+-Modell (Monatsgebühr, dafür 0 € pro Trade) lohnt sich für aktive Anleger mit vielen Transaktionen. Zusätzlich bietet Scalable einen Robo-Advisor (Scalable Wealth) für passive Geldanlage.
Ideal für: Aktive Anleger, ETF-Portfolio-Aufbau, Nutzer die auch Xetra-Zugang wünschen.
Smartbroker+: Für kostenbewusste Anleger
Smartbroker+ bietet Zugang zu diversen Börsenplätzen und kostenlose Trades ab 500 € Ordervolumen über gettex. Wer Zugang zu verschiedenen Handelsplätzen sucht und größere Orders aufgibt, findet hier ein attraktives Preismodell.
Ideal für: Erfahrenere Anleger, größere Einzelorders, Börsenplatz-Vielfalt.
finanzen.net zero: Der Preiskämpfer
finanzen.net zero ermöglicht kostenlose Trades ab 500 € Ordervolumen und bietet eine solide Auswahl an ETF-Sparplänen. Die Integration mit dem Finanzportal finanzen.net liefert Research-Tools direkt im Brokerage-Umfeld.
Ideal für: Anleger, die Research-Integration schätzen und größere Orders kostenlos aufgeben möchten.
Worauf Sie bei der Broker-Wahl achten sollten
- Gesamtkosten, nicht nur Ordergebühren: Spreads (Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs) können die „kostenlose" Order teurer machen als eine Order mit 1 € Gebühr aber besserem Kurs.
- Handelszeiten beachten: Neobroker mit nur einem Handelsplatz bieten oft eingeschränkte Handelszeiten. Außerhalb der Kernzeiten (9–17:30 Uhr) sind Spreads typischerweise höher.
- Steuerreporting: Alle deutschen Neobroker führen die Abgeltungssteuer automatisch ab. Einige liefern jedoch detailliertere Steuerberichte als andere — relevant für die Steuererklärung.
- Produktangebot prüfen: Nicht jeder Broker bietet alle Wertpapierarten. Prüfen Sie, ob Ihre gewünschten ETFs, Aktien oder Anleihen verfügbar sind.
- Erreichbarkeit des Supports: Bei Problemen ist ein guter Kundenservice Gold wert. Testen Sie den Support vor der Kontoeröffnung mit einer einfachen Frage.
Sicherheit bei Neobrokern: Was Sie wissen müssen
Alle hier vorgestellten Neobroker unterliegen der Aufsicht der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Ihre Wertpapiere im Depot sind Sondervermögen — sie gehören Ihnen, nicht dem Broker. Selbst bei einer Insolvenz des Brokers bleiben Ihre Aktien, ETFs und Anleihen vollständig geschützt.
Guthaben auf dem Verrechnungskonto sind über die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 € je Kunde abgesichert. Trade Republic bietet seit der eigenen Banklizenz diese Sicherung direkt, bei den anderen Brokern läuft sie über die Partnerbank (meist Baader Bank).
Verbraucher-Empfehlung
Halten Sie größere Barbestände nicht dauerhaft auf dem Verrechnungskonto. Investieren Sie nicht benötigtes Geld oder parken Sie es auf einem separaten Tagesgeldkonto mit eigener Einlagensicherung — so verdoppeln Sie Ihren Schutz.