Kredit ohne Schufa: Warum fast alle Angebote Betrug sind
Akute Betrugsgefahr
Über 90 % der „Kredit ohne Schufa“-Angebote im Internet sind Betrug. Statt des versprochenen Kredits erhalten Verbraucher Rechnungen für nutzlose Prepaid-Kreditkarten, teure Finanzierungsvermittlungs-Abos oder werden zur Vorauszahlung von „Bearbeitungsgebühren" aufgefordert.
So funktioniert die Betrugsmasche
Die Masche folgt einem bewährten Muster: Werbeanzeigen in sozialen Medien oder Suchmaschinen versprechen „garantierte Kredite ohne Schufa-Prüfung" — oft mit unrealistisch niedrigen Zinsen. Nach der Anfrage werden Betroffene telefonisch kontaktiert und unter Druck gesetzt.
- Sie füllen ein Online-Formular für einen „Kredit ohne Schufa" aus
- Ein „Berater" ruft an und verspricht eine schnelle Auszahlung
- Vor der Auszahlung werden Gebühren verlangt (Bearbeitung, Versicherung, Steuer)
- Nach Zahlung der Gebühren wird der Kredit nie ausgezahlt — stattdessen kommen weitere Forderungen
- Alternativ: Sie erhalten statt eines Kredits eine nutzlose Prepaid-Karte oder ein teures Abo
Warnsignale für unseriöse Kreditvermittler
| Warnsignal | Erklärung |
|---|---|
| Vorabgebühren | Seriöse Vermittler kassieren erst bei erfolgreicher Vermittlung |
| Keine BaFin-Registrierung | Kreditvermittler brauchen eine Erlaubnis nach § 34c GewO |
| Nur Postfach-Adresse | Kein Büro, keine echte Geschäftsadresse im Impressum |
| Druck und Eile | „Angebot nur heute gültig" — klassisches Druckmittel |
| Gefälschte Bewertungen | Auffällig viele 5-Sterne-Bewertungen ohne Details |
| Zahlung per Nachnahme/Prepaid | Nicht rückverfolgbare Zahlungswege bevorzugt |
Häufige Varianten des Kreditbetrugs
1. Die Prepaid-Kreditkarten-Falle
Statt eines Kredits erhalten Sie eine Prepaid-Mastercard ohne Kreditrahmen. Die Karte selbst kostet 29,90 € — zusätzlich wird ein monatliches Abo für einen „Finanzierungsservice" abgeschlossen, das 9,90 € bis 19,90 € monatlich kostet. Der versprochene Kredit existiert nicht.
2. Die Bearbeitungsgebühren-Masche
Sie werden aufgefordert, vorab eine „Bearbeitungsgebühr" von 50 bis 300 € per Überweisung oder Paysafecard zu zahlen. Nach der Zahlung folgen weitere Gebühren — der Kredit wird nie ausgezahlt.
3. Das Finanzsanierungs-Abo
Im Kleingedruckten steht ein teures Abo für einen angeblichen „Finanzsanierungsdienst". Statt eines Kredits erhalten Sie nutzlose Spartipps und werden monatlich belastet.
Ihre Rechte als Betroffener
Widerrufsrecht nutzen
Bei Fernabsatzverträgen (Online, Telefon) haben Sie ein 14-tägiges Widerrufsrecht nach § 312g BGB. Auch ohne Belehrung läuft die Frist erst 12 Monate und 14 Tage nach Vertragsschluss ab.
- Widerrufen Sie alle untergeschobenen Verträge schriftlich
- Widerrufen Sie erteilte SEPA-Lastschriftmandate bei Ihrer Bank
- Fordern Sie bereits gezahlte Beträge zurück
- Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei (auch online möglich)
- Melden Sie den Anbieter bei der Verbraucherzentrale