Rentenpunkte kaufen: Wann sich freiwillige Einzahlungen lohnen
Das Wichtigste in Kürze
Ein Rentenpunkt kostet 2026 rund 8.400 Euro und bringt ca. 39 Euro monatlich – lebenslang und inflationsangepasst. Dank voller steuerlicher Absetzbarkeit sinken die effektiven Kosten erheblich. Für viele Gutverdiener und Selbständige ist das eine der besten Investitionen in die Altersvorsorge.
Was sind Rentenpunkte?
Rentenpunkte (offiziell: Entgeltpunkte) sind die Währung der gesetzlichen Rentenversicherung. Für jedes Jahr, in dem Sie den Durchschnittslohn verdienen und Beiträge zahlen, erhalten Sie genau einen Rentenpunkt. Verdienen Sie mehr, gibt es mehr Punkte (bis zur Beitragsbemessungsgrenze: maximal ca. 2,1 Punkte pro Jahr). Verdienen Sie weniger, entsprechend weniger.
Bei Rentenbeginn werden alle gesammelten Punkte mit dem aktuellen Rentenwert multipliziert. Ein Durchschnittsverdiener mit 45 Beitragsjahren hat rund 45 Rentenpunkte – und erhält damit etwa 1.770 Euro Bruttorente pro Monat.
Was kostet ein Rentenpunkt 2026?
| Rentenpunkte | Kosten (brutto) | Kosten (netto bei 42 % Steuersatz) | Zusätzliche Rente / Monat |
|---|---|---|---|
| 0,5 Punkte | ~4.200 € | ~2.436 € | +19,66 € |
| 1 Punkt | ~8.400 € | ~4.872 € | +39,32 € |
| 2 Punkte | ~16.800 € | ~9.744 € | +78,64 € |
| 5 Punkte | ~42.000 € | ~24.360 € | +196,60 € |
Durch die volle steuerliche Absetzbarkeit reduzieren sich die effektiven Kosten um Ihren persönlichen Grenzsteuersatz. Bei 42 % Steuersatz kostet ein Rentenpunkt effektiv nur rund 4.870 Euro – und bringt lebenslang 39 Euro monatlich.
Die Rendite: Rentenpunkte vs. andere Anlagen
Wie rentabel sind Rentenpunkte? Rechnen wir nach:
- Investition: 8.400 Euro brutto (4.872 Euro netto bei 42 % Steuersatz)
- Ertrag: 39,32 Euro monatlich = 471,84 Euro jährlich (brutto)
- Rendite auf Brutto-Investition: 5,6 % pro Jahr
- Rendite auf Netto-Investition: 9,7 % pro Jahr
- Plus: Jährliche Anpassung an die Lohnentwicklung (Inflationsschutz)
- Plus: Lebenslange Zahlung – je länger Sie leben, desto höher die Rendite
Rendite-Vergleich
Mit einer Netto-Rendite von rund 9,7 % (bei 42 % Grenzsteuersatz) schlägt der Rentenpunktkauf die meisten privaten Rentenversicherungen und liegt gleichauf mit einem guten Aktien-ETF – bei deutlich geringerem Risiko und garantierter lebenslanger Zahlung.
Für wen sich Rentenpunkte kaufen lohnt
- Gutverdiener (42 %+ Steuersatz): Maximale Steuerersparnis macht den Kauf besonders attraktiv. Die effektive Rendite steigt mit dem Steuersatz.
- Arbeitnehmer ab 50: Ausgleichszahlungen für eventuelle Rentenabschläge sind möglich – auch wenn Sie gar nicht früher in Rente gehen wollen. Die Punkte bleiben.
- Selbständige: Wer keine oder geringe gesetzliche Rentenansprüche hat, kann durch freiwillige Beiträge eine Basisabsicherung aufbauen und Erwerbsminderungsschutz erhalten.
- Personen mit Lücken im Rentenkonto: Fehlende Beitragsjahre können durch freiwillige Beiträge ausgeglichen werden, um Wartezeiten zu erfüllen.
Für wen sich Rentenpunkte kaufen NICHT lohnt
- Geringverdiener: Bei niedrigem Steuersatz ist der steuerliche Vorteil gering. ETF-Sparpläne bieten dann mehr Flexibilität.
- Personen mit geringer Lebenserwartung: Die Rendite der Rentenpunkte steigt mit der Bezugsdauer. Bei schwerer Erkrankung kann ein ETF-Sparplan (vererbbar) vorteilhafter sein.
- Junge Menschen (< 40): Der Zinseszinseffekt eines ETF-Sparplans überwiegt bei einem Anlagehorizont von 25+ Jahren den steuerlichen Vorteil der Rentenpunkte.
So gehen Sie vor: Schritt für Schritt
- Schritt 1: Rentenauskunft bei der DRV anfordern – wie viele Punkte haben Sie bereits?
- Schritt 2: Ab 50: Auskunft über Ausgleichszahlungen bei der DRV beantragen (Formular V0210)
- Schritt 3: Steuerliche Auswirkung mit Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein besprechen
- Schritt 4: Einzahlung – wahlweise als Einmalzahlung oder in Raten über das Kalenderjahr verteilt
- Schritt 5: Beiträge in der Steuererklärung als Sonderausgaben geltend machen