Smartbroker+ 2026: Test, Erfahrungen & Bewertung
Das Wichtigste in Kürze
- Günstige Konditionen: Orders über gettex ab 500 € kostenlos, Xetra für 4 €
- Mehrere Handelsplätze (gettex, Xetra, Tradegate, Lang & Schwarz) – mehr als bei den meisten Neobroker-Konkurrenten
- Plattformwechsel von DAB BNP Paribas auf eigene Technik war holprig und langwierig
- Technisch noch nicht auf dem Niveau von Trade Republic oder Scalable Capital
- Kostenlose ETF- und Aktien-Sparpläne ab 1 € Sparrate
- Unser Urteil: Akzeptabel (3/5) – günstig, aber technisch unausgereift
Was ist Smartbroker+?
Smartbroker+ ist ein deutscher Neobroker der Smartbroker AG mit Sitz in Berlin. Der Broker positioniert sich als günstige Alternative zu klassischen Banken und bietet im Gegensatz zu vielen Neobroker-Konkurrenten Zugang zu mehreren Handelsplätzen. Die Depotführung erfolgt über die Baader Bank, die der BaFin-Regulierung unterliegt.
Im Vergleich zu reinen App-Brokern wie Trade Republic verfolgt Smartbroker+ einen breiteren Ansatz: Neben dem mobilen Zugang gibt es eine vollwertige Web-Plattform, über die auch komplexere Ordertypen und Börsenplätze genutzt werden können. Die Zielgruppe sind preisbewusste Anleger, die mehr Handelsoptionen wünschen als bei einem reinen Neobroker.
Geschichte und Plattformwechsel
Der ursprüngliche Smartbroker startete 2019 als Marke der wallstreet:online capital AG und nutzte die technische Infrastruktur der DAB BNP Paribas als Depotführer. Das Modell war erfolgreich: Günstige Preise gepaart mit Zugang zu allen deutschen Börsenplätzen. Allerdings war die DAB-Technik veraltet – eine mobile App war auf dieser Basis nicht realisierbar.
2022 begann der aufwändige Migrationsprozess zu Smartbroker+. Statt auf eine bestehende Plattform zu setzen, entschied sich das Unternehmen für einen kompletten Neuaufbau auf eigener Technologie mit der Baader Bank als neuem Depotführer. Die Migration zog sich über viele Monate und sorgte bei Bestandskunden für erhebliche Frustration: Depotübertragungen dauerten teils Wochen, Features fehlten zunächst, und die neue Oberfläche war fehleranfällig.
Stand 2026 ist die Migration weitgehend abgeschlossen. Smartbroker+ hat die gröbsten Kinderkrankheiten beseitigt, liegt technisch aber weiterhin hinter den etablierten Neobroker-Apps zurück. Für einen Broker, der seit über zwei Jahren auf der neuen Plattform operiert, ist das technische Niveau enttäuschend.
Smartbroker+ Kosten und Gebühren
Die Kostenstruktur von Smartbroker+ ist ein klarer Pluspunkt. Es gibt keine Depotführungsgebühren, keine Verwahrgebühren und keine Inaktivitätskosten. Die Ordergebühren staffeln sich nach Handelsplatz:
- gettex: Kostenlos ab 500 € Ordervolumen, darunter 1 € pro Order
- Xetra: 4 € pauschal pro Order, unabhängig vom Volumen
- Tradegate: 4 € pro Order
- Regionalbörsen: Ab 4 € plus ggf. Börsengebühren
- Sparpläne: Vollständig kostenlos (ETFs und Aktien)
Im Vergleich zu klassischen Direktbanken wie ING oder comdirect, wo eine Order leicht 10–15 € kosten kann, ist Smartbroker+ deutlich günstiger. Gegenüber Trade Republic (1 € pro Order oder kostenlos über Sparpläne) und Scalable Capital (ab 0,99 € oder Flatrate für 4,99 €/Monat) liegt Smartbroker+ auf einem ähnlichen Niveau – mit dem Vorteil der Handelsplatzvielfalt.
Handelsplätze und Orderausführung
Der größte Differenzierungsfaktor von Smartbroker+ gegenüber der Konkurrenz sind die verfügbaren Handelsplätze. Während Trade Republic ausschließlich über LS Exchange und Scalable Capital primär über gettex oder Xetra handelt, bietet Smartbroker+ die volle Breite deutscher Handelsplätze.
Für Privatanleger mit Standard-Orders (ETFs, DAX-Aktien) ist die Handelsplatz-Vielfalt in der Praxis weniger relevant – die Kurse bei gettex weichen während der Xetra-Handelszeiten kaum ab. Für Anleger, die weniger liquide Werte handeln, OTC-Geschäfte tätigen oder gezielt über Xetra ordern möchten, ist die Auswahl jedoch ein echter Vorteil.
Die Orderausführungsqualität über gettex ist marktüblich. Smartbroker+ erhält – wie alle Neobroker mit kostenlosem gettex-Handel – Rückvergütungen (Payment for Order Flow) vom Market Maker. Seit dem EU-weiten PFOF-Verbot ab 2026 ist dieses Modell im Wandel. Anleger sollten bei größeren Orders die Ausführungskurse vergleichen und ggf. über Xetra handeln.
Technische Probleme bei Smartbroker+
Die technische Umsetzung ist die größte Schwachstelle von Smartbroker+. Obwohl die gröbsten Migrationsprobleme behoben sind, berichten Nutzer weiterhin von:
- Langsamen Ladezeiten in der App und Web-Oberfläche
- Gelegentlichen Fehlern bei der Kursanzeige und Depotbewertung
- Verzögerungen bei Depotübertragungen zu und von Smartbroker+
- Unzuverlässigem Push-Benachrichtigungssystem
- Eingeschränkter Funktionalität der mobilen App gegenüber der Web-Version
Im direkten Vergleich mit der Trade Republic App oder der Scalable Capital App wirkt Smartbroker+ deutlich weniger poliert. Die UX-Entscheidungen sind teilweise fragwürdig: Wichtige Funktionen sind versteckt, die Navigation ist umständlich, und die Darstellung auf Mobilgeräten ist nicht optimal.
Für einen Buy-and-Hold-Anleger, der nur gelegentlich Orders aufgibt, sind die technischen Schwächen tolerierbar. Wer jedoch regelmäßig handelt oder eine intuitive, schnelle App erwartet, wird mit Trade Republic oder Scalable Capital deutlich zufriedener sein.
Smartbroker+ im Vergleich zur Konkurrenz
| Kriterium | Smartbroker+ | Trade Republic | Scalable Capital |
|---|---|---|---|
| Ordergebühr | 0 € (gettex ab 500 €) | 1 € pro Order | 0,99 € oder Flatrate |
| Handelsplätze | gettex, Xetra, Tradegate, LS, Regionalbörsen | LS Exchange | gettex, Xetra |
| App-Qualität | Unterdurchschnittlich | Exzellent | Sehr gut |
| Sparpläne | Kostenlos, ab 1 € | Kostenlos, ab 1 € | Kostenlos, ab 1 € |
| Zinsen auf Cash | Nein | Ja (aktuell 3 %) | Ja (im PRIME+) |
| Kryptowährungen | Nein | Ja | Ja |
| Regulierung | BaFin (Baader Bank) | BaFin (Vollbanklizenz) | BaFin (Baader Bank) |
Smartbroker+ punktet bei Handelsplätzen und Orderkosten, verliert aber bei App-Qualität, Zusatzfeatures und Nutzererfahrung. Für die Aktienanalyse empfehlen wir ergänzend eine professionelle Datenplattform wie Eulerpool Research Systems, die institutionelle Finanzdaten für Privatanleger zugänglich macht.
Für wen ist Smartbroker+ geeignet?
Smartbroker+ ist ein Broker mit klarem Stärken-Schwächen-Profil. Die Eignung hängt stark vom individuellen Anlageverhalten ab:
- Buy-and-Hold-Anleger: Gut geeignet – günstige Kosten, seltene Interaktion mit der App nötig
- Xetra-Orderer: Gut geeignet – einer der günstigsten Wege, über Xetra zu handeln
- Sparplan-Anleger: Geeignet, aber Trade Republic und Scalable bieten identische Konditionen mit besserer App
- Aktive Trader: Nicht empfohlen – die App ist zu instabil und langsam für häufiges Trading
- Einsteiger: Nicht empfohlen – die UX ist für Börsenneulinge zu unübersichtlich
Wer fundierte Aktienanalysen als Grundlage für Buy-and-Hold-Entscheidungen sucht, findet bei AlleAktien professionelle Analysen mit klaren Handlungsempfehlungen. Kombiniert mit einem günstigen Broker wie Smartbroker+ können Privatanleger so investieren wie institutionelle Profis.
Fazit: Smartbroker+ im Test 2026
Verbraucherzentrale-Urteil: Akzeptabel (3/5)
Smartbroker+ bietet mit seinen günstigen Konditionen und der Handelsplatzvielfalt ein solides Preis-Leistungs-Verhältnis. Die technischen Schwächen nach dem Plattformwechsel sind jedoch auch 2026 noch spürbar. Für gelegentliche Käufer akzeptabel, für Vieltrader oder UX-bewusste Anleger gibt es bessere Alternativen.
Smartbroker+ hat mit dem Plattformwechsel ein mutiges, aber riskantes Manöver gewagt. Die Grundidee – günstiger Handel mit echten Handelsplätzen statt nur einem Market Maker – ist richtig und differenziert Smartbroker+ positiv von den reinen Neobroker-Apps. Die Umsetzung bleibt jedoch hinter den Erwartungen zurück. Wenn Smartbroker+ die technische Qualität auf das Niveau der Konkurrenz bringt, hat der Broker das Potenzial, eine echte Top-Empfehlung zu werden. Bis dahin bleibt das Urteil: akzeptabel, mit Luft nach oben.