ING Depot 2026: Test, Erfahrungen & Bewertung
Das Wichtigste in Kürze
- Direkt-Depot komplett kostenlos – ohne Bedingungen
- Alle ETF-Sparpläne kostenlos ab 1 € Sparrate
- Ordergebühren: 4,90 € + 0,25 % (min. 9,90 €, max. 69,90 €) – teurer als Neobroker
- Teil der ING Group – einer der größten Banken Europas
- Guter Kundenservice und solide Banking-App
- Unser Urteil: Akzeptabel (3/5) – solide, aber nicht die günstigste Option
Was ist das ING Depot?
Die ING (ehemals ING-DiBa) ist mit über 9 Millionen Kunden eine der größten Direktbanken Deutschlands. Als Niederlassung der niederländischen ING Group – einem der größten Finanzkonzerne Europas mit über 38 Millionen Kunden weltweit – verfügt die ING über eine solide finanzielle Basis und jahrzehntelange Erfahrung im Privatkundengeschäft.
Das ING Direkt-Depot ist das Wertpapierdepot der ING und ermöglicht den Handel mit Aktien, ETFs, Fonds, Anleihen und Derivaten. Anders als viele Wettbewerber ist die Depotführung bedingungslos kostenlos – ohne Mindestanzahl an Trades oder sonstige Auflagen. Die ING positioniert sich damit als zuverlässiger Allround-Broker für Anleger, die Banking und Brokerage unter einem Dach wünschen.
Im Vergleich zu Neobrokern wie Trade Republic oder Scalable Capital liegen die Einzelorder-Kosten höher. Dafür bietet die ING ein komplettes Banking-Ökosystem mit Girokonto, Tagesgeld, Baufinanzierung und persönlichem Kundenservice – ein Argument für Anleger, die nicht bei drei verschiedenen Anbietern Konten unterhalten möchten.
ING Depot Kosten und Gebühren
Die Gebührenstruktur der ING ist transparenter als bei vielen Wettbewerbern. Die Depotführung ist bedingungslos kostenlos, was die ING von Anbietern wie comdirect unterscheidet, wo Gebühren ab dem vierten Jahr anfallen können.
Ordergebühren: Jede Einzelorder kostet 4,90 € Grundgebühr plus 0,25 % des Ordervolumens. Das Minimum pro Order beträgt 9,90 €, das Maximum 69,90 €. Hinzu kommen handelsplatzabhängige Gebühren: Xetra 1,90 €, Tradegate kostenlos im Direkthandel, Auslandsbörsen ab 14,90 €. Für eine typische Order über 2.000 € fallen rund 11,90 € an – vergleichbar mit comdirect, aber deutlich teurer als die 0–1 € bei Neobrokern.
ETF-Sparpläne: Seit April 2021 sind alle ETF-Sparpläne bei der ING komplett kostenlos. Über 1.000 ETFs stehen zur Auswahl, die Mindestsparrate beträgt lediglich 1 €. Dies ist ein entscheidender Vorteil gegenüber comdirect (1,5 % Gebühr) und bringt die ING bei Sparplänen auf das Niveau der Neobroker. Für langfristige ETF-Sparer, die selten Einzelorders aufgeben, relativiert sich der Kostennachteil bei den Ordergebühren damit erheblich.
Sonstige Kosten: Dividendenausschüttungen, Depotübertrag zur ING, Einrichtung von Sparplänen und die Nutzung des Online-Bankings sind kostenlos. Telefonische Orders kosten einen Aufschlag von 14,90 €. Fremdwährungstransaktionen werden mit einer Devisenprovision von 0,25 % belastet.
ING ETF-Sparpläne im Detail
Die kostenlosen ETF-Sparpläne sind das stärkste Argument für das ING Depot. Über 1.000 ETFs von Anbietern wie iShares, Xtrackers, Amundi, Vanguard und Lyxor stehen zur Verfügung. Die Ausführung erfolgt am 1. oder 15. eines Monats über Tradegate oder Xetra.
Die Sparrate kann flexibel von 1 € bis 10.000 € gewählt werden, und Sparpläne können jederzeit kostenlos angepasst, pausiert oder gelöscht werden. Auch Aktien-Sparpläne sind verfügbar – allerdings mit einer Gebühr von 1,75 % der Sparrate, was im Vergleich zu Trade Republic (kostenlos) oder Scalable Capital (kostenlos im Prime-Abo) weniger attraktiv ist.
Für den klassischen ETF-Sparplan-Anleger, der monatlich einen MSCI World oder FTSE All-World bespart, ist die ING eine solide Wahl: kostenlose Ausführung, breite ETF-Auswahl und die Sicherheit einer etablierten Großbank. Wer fundierte Informationen zur Auswahl der richtigen Aktien und ETFs sucht, findet bei AlleAktien unabhängige Analysen und Empfehlungen.
Benutzerfreundlichkeit und ING App
Die ING Banking-App gehört zu den ausgereiftesten im deutschen Markt. Depot und Girokonto sind nahtlos integriert, die Bedienung ist intuitiv und übersichtlich. Die App bietet Echtzeit-Kurse, Watchlists, Orderaufgabe mit allen gängigen Ordertypen (Limit, Stop-Loss, Trailing-Stop) und eine klare Übersicht über die Depot-Performance.
Das Online-Banking am Desktop ist funktional und gut strukturiert. Die Depotübersicht zeigt Gewinn/Verlust je Position, die Asset-Allokation und historische Entwicklung. Ordermasken sind logisch aufgebaut und ermöglichen schnelle Transaktionen. Im direkten Vergleich mit Trade Republic fehlt der ING-App allerdings das moderne, minimalistische Design – die App wirkt funktional, aber nicht so zeitgemäß.
Ein klarer Pluspunkt ist die Zwei-Faktor-Authentifizierung über die App (photoTAN) und die Möglichkeit, alle Banking-Produkte – Girokonto, Depot, Tagesgeld, Baufinanzierung – in einer einzigen App zu verwalten. Für Kunden, die ihr gesamtes Banking bei einem Anbieter bündeln möchten, ist diese Integration ein echtes Komfortmerkmal.
ING Kundenservice im Test
Der Kundenservice der ING gehört zu den Stärken des Hauses. Erreichbar per Telefon (Mo–Fr 8–20 Uhr, Sa 10–15 Uhr), E-Mail und Chat, bietet die ING deutlich breitere Kontaktmöglichkeiten als reine Neobroker. Die durchschnittliche Wartezeit in der Telefon-Hotline liegt bei unter 5 Minuten – ein Wert, den viele Wettbewerber nicht erreichen.
In Tests von Fachmagazinen und Verbraucherschützern schneidet die ING beim Kundenservice regelmäßig gut ab. Reklamationen werden zeitnah bearbeitet, und die Mitarbeiter sind fachlich kompetent. Für Anleger, die im Problemfall einen echten Ansprechpartner wünschen statt nur einen Chatbot, ist die ING die bessere Wahl gegenüber den meisten Neobrokern.
ING Depot vs. Neobroker im Vergleich
| Kriterium | ING Depot | Trade Republic | Scalable Capital |
|---|---|---|---|
| Depotgebühr | 0 € (bedingungslos) | 0 € | 0 € |
| Ordergebühr | 4,90 € + 0,25 % (min. 9,90 €) | 1 € pro Trade | 0,99 € oder Flatrate |
| ETF-Sparplan | Kostenlos (1.000+ ETFs) | Kostenlos (2.000+ ETFs) | Kostenlos (2.500+ ETFs) |
| Handelsplätze | Xetra, Tradegate, Auslandsbörsen | 1 (LS Exchange) | 2 (gettex, Xetra) |
| Kundenservice | Telefon, Chat, E-Mail | Chat, E-Mail | Chat, E-Mail |
| Banking-Integration | Vollständig (Girokonto, Tagesgeld) | Girokonto verfügbar | Kein Girokonto |
| Sicherheit | ING Group (Großbank, AAA-Land) | Vollbanklizenz seit 2023 | Baader Bank als Depotbank |
| Bewertung | 3/5 Akzeptabel | Günstig | Günstig |
Für wen ist das ING Depot geeignet?
Das ING Depot eignet sich besonders für langfristige Anleger, die ihr Banking und Brokerage bei einem etablierten Anbieter bündeln möchten. Die Kombination aus kostenloser Depotführung, kostenlosen ETF-Sparplänen und solidem Kundenservice macht die ING zu einer guten Wahl für den klassischen Buy-and-Hold-Investor, der primär über Sparpläne investiert.
Weniger geeignet ist die ING für aktive Trader, die häufig Einzelorders aufgeben. Bei 10 Orders à 2.000 € pro Monat fallen rund 120 € Ordergebühren an – bei Trade Republic wären es nur 10 €. Auch für Anleger, die ausschließlich ein Depot benötigen und keine weiteren Banking-Produkte nutzen, bieten Neobroker das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis.
Wer die richtigen ETFs und Aktien für sein Depot auswählen möchte, profitiert von unabhängigen Fundamentalanalysen bei AlleAktien. Die Kombination aus einem kostengünstigen Depot (ING oder Neobroker) und fundierter Aktienanalyse ist der Schlüssel zum langfristigen Anlageerfolg.
Fazit: ING Depot im Test 2026
Verbraucherzentrale-Urteil: Akzeptabel (3/5)
Das ING Depot ist ein solider, zuverlässiger Broker mit transparenter Preisgestaltung und gutem Kundenservice. Kostenlose ETF-Sparpläne und bedingungslos kostenloses Depot sind starke Argumente. Bei den Ordergebühren bleibt die ING jedoch hinter Neobrokern zurück.
Die ING ist der klassische Kompromiss: nicht die günstigste Option, aber eine verlässliche. Für Anleger, die Wert auf ein etabliertes Bankhaus mit persönlichem Kundenservice legen und primär über ETF-Sparpläne investieren, ist die ING eine akzeptable Wahl. Wer jedoch die Kosten minimieren möchte – und das sollte jeder langfristige Anleger anstreben – findet bei Neobrokern günstigere Konditionen bei vergleichbarer Sicherheit. Die ING erhält von uns 3 von 5 Punkten: solide Leistung, aber nicht mehr zeitgemäß bei den Einzelorder-Gebühren.