Hallo Mama/Papa-Betrug: Messenger-Nachrichten von falschen Angehörigen
Warnung: Massenbetrug über WhatsApp und SMS
„Hallo Mama, das ist meine neue Nummer." Mit dieser Nachricht beginnt einer der erfolgreichsten Betrugsmaschen Deutschlands. Allein 2025 wurden über 22.000 Fälle bei der Polizei angezeigt – der Schaden liegt im dreistelligen Millionenbereich.
So funktioniert der Hallo-Mama/Papa-Betrug
Die Masche ist einfach, aber hocheffektiv: Betrüger senden per WhatsApp oder SMS eine Nachricht, in der sie sich als Ihr Sohn, Ihre Tochter oder ein anderes Familienmitglied ausgeben. Sie behaupten, eine neue Handynummer zu haben, weil das alte Gerät verloren oder kaputt gegangen sei.
Nach einigen freundlichen Nachrichten, in denen Vertrauen aufgebaut wird, folgt die Bitte um Geld. Das Kind befinde sich angeblich in einer Notsituation: Eine dringende Rechnung müsse bezahlt werden, das Online-Banking funktioniere auf dem neuen Handy noch nicht. Die Eltern sollen per Echtzeitüberweisung Geld senden.
Die Beträge variieren zwischen einigen hundert und mehreren tausend Euro. Manche Betrüger fordern auch mehrfach Geld – immer mit neuen Vorwänden. Erst wenn die Eltern misstrauisch werden und ihr echtes Kind kontaktieren, fliegt der Betrug auf.
Typische Nachrichtenverläufe erkennen
| Phase | Typische Nachrichten |
|---|---|
| Kontaktaufnahme | „Hallo Mama, das ist meine neue Nummer. Die alte kannst du löschen." |
| Vertrauensaufbau | „Wie geht es dir? Mir geht es gut, nur das Handy ist kaputt." |
| Problemschilderung | „Ich muss dringend eine Rechnung bezahlen, aber mein Online-Banking geht noch nicht." |
| Geldforderung | „Kannst du bitte 1.850 € an diese IBAN überweisen? Ich gebe es dir morgen zurück." |
| Druckaufbau | „Bitte mach es schnell, sonst bekomme ich Probleme. Am besten als Echtzeitüberweisung." |
Warnsignale: So entlarven Sie den Betrug
- Unbekannte Nummer behauptet, Ihr Kind zu sein
- Anruf oder Videoanruf wird abgelehnt – „geht gerade nicht"
- Dringende Geldforderung per Echtzeitüberweisung
- IBAN gehört nicht zu einer Ihnen bekannten Person
- Zeitdruck: „Es ist wirklich dringend, bitte sofort"
- Schreibstil oder Wortwahl passt nicht zu Ihrem Kind
Goldene Regel: Immer zurückrufen
Rufen Sie bei Geldbitten immer unter der Ihnen bekannten alten Nummer zurück. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Ein echtes Familienmitglied versteht, wenn Sie erst verifizieren möchten.
So schützen Sie sich und Ihre Familie
- Familien-Codewort vereinbaren: Legen Sie ein geheimes Wort fest, das bei Geldbitten genannt werden muss.
- Rückruf unter bekannter Nummer: Kontaktieren Sie Ihr Kind immer über die gespeicherte, Ihnen bekannte Nummer.
- Keine Echtzeitüberweisungen an Unbekannte: Echtzeitüberweisungen können nicht zurückgeholt werden.
- Ältere Angehörige aufklären: Sprechen Sie offen über diese Betrugsform. Zeigen Sie Beispielnachrichten.
- WhatsApp-Profilbild prüfen: Betrüger haben oft kein Profilbild oder verwenden ein gestohlenes Foto.
Was tun, wenn Sie bereits Geld überwiesen haben?
- Bank sofort kontaktieren: Versuchen Sie die Überweisung zurückzurufen. Bei SEPA-Überweisungen ist dies nur am selben Geschäftstag möglich. Echtzeitüberweisungen sind in der Regel nicht rückholbar.
- Anzeige erstatten: Melden Sie den Betrug bei der Polizei. Sichern Sie alle Chatverläufe als Beweis.
- Nummer blockieren: Blockieren und melden Sie die Betrüger-Nummer bei WhatsApp.