Diese 7 Versicherungen braucht kein Mensch
Deutsche sind überversichert
Deutsche geben durchschnittlich über 2.500 € pro Jahr für Versicherungen aus – mehr als fast jedes andere Land. Viele Policen sind überflüssig, zu teuer oder doppelt. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen 7 Versicherungen, die Sie getrost kündigen können.
1. Handy-Versicherung
Die Handy-Versicherung wird beim Kauf eines neuen Smartphones gerne verkauft. Die Prämie beträgt 5–15 € monatlich, also 60–180 € pro Jahr. Warum sie überflüssig ist:
- Hohe Selbstbeteiligung (oft 50–100 € pro Schadenfall)
- Viele Ausschlüsse: Displaybruch durch Sturz oft nicht gedeckt
- Erstattung zum Zeitwert, nicht zum Neuwert
- Nach 2 Jahren haben Sie mehr in die Versicherung eingezahlt als das Handy noch wert ist
Besser:Legen Sie 10 € monatlich in einen "Handy-Fonds" zur Seite. Nach 2 Jahren haben Sie 240 € – genug für eine Display-Reparatur oder einen guten Teil eines neuen Geräts.
2. Brillenversicherung
Die Brillenversicherung kostet 8–15 € monatlich und erstattet alle 2–3 Jahre eine neue Brille. Die Rechnung geht selten auf:
- In 3 Jahren zahlen Sie 288–540 € Prämie
- Eine gute Brille beim Online-Optiker kostet 100–250 €
- Die GKV zahlt seit 2017 wieder Zuschüsse ab bestimmten Sehstärken
- Die Erstattung ist oft gedeckelt (z.B. max. 200 € alle 2 Jahre)
Besser: Sparen Sie selbst für die nächste Brille. Online-Optiker bieten qualitativ hochwertige Brillen deutlich günstiger als der stationäre Handel.
3. Reisegepäckversicherung
Die Reisegepäckversicherung gehört zu den Klassikern unter den unnötigen Versicherungen. Verbraucherzentralen raten seit Jahren davon ab:
- Airlines haften bei Gepäckverlust bis ca. 1.400 € (Montrealer Abkommen)
- Die Hausratversicherung deckt Gepäck im Ausland oft mit ab
- Erstattung nur zum Zeitwert
- Wertsachen sind meist ausgeschlossen oder stark begrenzt
- Strenge Obliegenheiten: Gepäck muss immer beaufsichtigt sein
4. Sterbegeldversicherung
Die Sterbegeldversicherung soll die Beerdigungskosten (durchschnittlich 5.000–8.000 €) decken. Klingt sinnvoll, ist aber ein schlechtes Geschäft:
- Hohe Kosten: Abschlussgebühren von bis zu 50 % der ersten Jahresbeiträge
- Geringe Verzinsung: Oft unter 1 % effektiv
- Langjährige Bindung: Kündigung bedeutet erhebliche Verluste
- Bei Tod in den ersten 1–3 Jahren: oft nur Beitragsrückgewähr, keine volle Leistung
Besser: Legen Sie 50 € monatlich auf ein Tagesgeldkonto. Nach 10 Jahren haben Sie 6.000 € plus Zinsen – vollständig verfügbar und ohne Verluste bei Kündigung.
5. Insassenunfallversicherung
Die Insassenunfallversicherung zahlt bei Verletzung von Mitfahrern in Ihrem Auto. Was viele nicht wissen: Ihre Kfz-Haftpflichtversicherung deckt Insassen bereits ab.
- Die Kfz-Haftpflicht zahlt für alle Insassen (außer dem Fahrer)
- Für den Fahrer greift die eigene Kranken- und Unfallversicherung
- Doppelversicherung ist rausgeschmissenes Geld
- Die Leistungen der Insassenunfallversicherung sind meist niedrig
6. Glasversicherung
Die Glasversicherung (separate Police oder Zusatz zur Hausrat) deckt Glasbruch an Fenstern, Türen und Ceranfeldern. Warum sie überflüssig ist:
- Reparaturkosten sind überschaubar: Fensterscheibe 100–300 €, Ceranfeld 200–500 €
- Als Mieter ist der Vermieter für Fenster zuständig (es sei denn, Sie haben den Schaden verursacht)
- Die Prämie (30–80 € pro Jahr) steht in keinem Verhältnis zum Risiko
- Manche Hausratversicherungen decken Glasbruch bereits ab
7. Restschuldversicherung
Die Restschuldversicherung wird beim Abschluss von Ratenkrediten angeboten – oft als vermeintliche Pflicht. Sie soll die Restschuld bei Tod, Arbeitsunfähigkeit oder Arbeitslosigkeit tilgen. In der Praxis ist sie eines der schlechtesten Versicherungsprodukte am Markt:
- Kosten: 5–15 % der Kreditsumme (bei 10.000 € Kredit: 500–1.500 € extra)
- Oft als Einmalprämie auf den Kredit aufgeschlagen – Sie zahlen also Zinsen auf die Versicherung
- Eingeschränkte Leistungen: Wartezeiten, Ausschlüsse bei Vorerkrankungen
- Die Provision für den Vermittler beträgt bis zu 50 % der Prämie
Verbraucherzentrale warnt
Die Restschuldversicherung ist keine Pflicht – auch wenn der Bankberater das suggeriert. Wenn Sie eine Absicherung für den Todesfall wollen, schließen Sie eine separate Risikolebensversicherung ab. Die kostet einen Bruchteil und bietet mehr Schutz.
Übersicht: Versicherungen im Verbraucher-Check
| Versicherung | Kosten/Jahr | Bewertung |
|---|---|---|
| Handy-Versicherung | 60–180 € | Überflüssig |
| Brillenversicherung | 96–180 € | Überflüssig |
| Reisegepäckversicherung | 15–40 € | Überflüssig |
| Sterbegeldversicherung | 200–600 € | Überflüssig |
| Insassenunfallversicherung | 20–50 € | Überflüssig |
| Glasversicherung | 30–80 € | Überflüssig |
| Restschuldversicherung | 5–15 % d. Kreditsumme | Überflüssig |
Gesamt-Einsparpotenzial: 400–1.100 € pro Jahr, wenn Sie alle 7 Versicherungen kündigen. Investieren Sie das Geld stattdessen in wirklich wichtige Versicherungen wie Haftpflicht und BU.